FAQs

  1. Führt ICADA auch Zertifizierungen durch?

Wegen der Glaubwürdigkeit, Seriosität und Transparenz ist eine strikte Trennung von Standardgeber/Label-Oragnisation und Zertifizierer/Prüfer absolut notwendig. Aussagen zur Konformität dürfen daher nur vom Zertifizierer aber nicht vom Standardgeber erfolgen, sonst haben Kritiker sofort das Argument, dass der Standardgeber seinen eigenen Standard prüft und die Prüfung daher nicht neutral, unabhängig erfolgt.

Das wäre so, als wenn man mit einem Mercedes zum Mercedes-Händler fährt und sich prüfen und die Nummernschild-Plakette geben lässt, statt das Automobil vom TÜV oder Dekra prüfen zu lassen.

Die ICADA-Prüfung ist ein Premium-Kriterium, weil

  • keine Selbstprüfung des Verbandes sondern externer Sachverständiger
  • nur unabhängige Prüforganisationen dürfen prüfen

Das behaupten andere Naturkosmetikzeichen auch, obwohl es dort nicht zu stimmen scheint.

2) Werden bei ICADA auch die Hersteller-Firmen kontrolliert und zertifiziert?

ICADA hat einen Premium-Naturkosmetikstandard für Bio- und Naturkosmetik. Dieser definiert die Anforderungen an kosmetische Rohstoffe und Naturkosmetik-Rezepturen. Eine Anforderung an Kosmetikfirmen ist darin nicht enthalten.

Das schließt aber nicht aus, dass der Zertifizierer durch Besichtigung des Unternehmens (keine ! Unternehmens-Zertifizierung) die Qualitätsansprüche und klare Trennung von Naturkosmetik-Rohstoffen und  konventionellen Rohstoffen sicherstellt.

3) Was ist der Unterschied zwischen Zeichen-Lizenzgeber und Zertifizierer?

  • Standardhalter (Richtlinien-Geber)/Lizenzgeber hat eine norm und einen zeichen für Produkte, die der Norm entsprechen entwickelt. Der zeichengeber erteilt Erlaubnisse, das Zertifizierungszeichen zum Nachweis der Konformität auf Produkten aufzubringen
  • Zertifizierer: neutraler unabhängiger Prüfer prüft, ob Produkt dem Standard entspricht (Konformitätsprüfung)
  • Lizenznehmer: lässt sein Produkt bei (2) auf Konformität zu (1) prüfen

4. Beinhalten die ICADA-Label-Lizenzgebühren auch die Zertifizierungskosten?

Lizenzkosten beinhalten keine Zertifizierungsgebühren.

ICADA berechnet nur 50 EUR pro Produkt pro Jahr für die Nutzung des ICADA-Premium-Labels. Die Labelgebühren sind auf 20 Produkte beschränkt, Produkt 21 und alle weiteren kosten keine Gebühr, man zahlt maximal 1.000 EUR pro Jahr für eine unbeschränkte Anzahl von Produkten bei ICADA.

ICADA ist kein Zertifizierer. Die im ICADA-System nur einmalig fällige Zertifizierung erzeugt nur einmalig Zertifizierungskosten. Diese werden vom externen, neutralen Zertifizierer berechnet, weil der externe, neutrale Dritte, der Zertifizier und nicht ICADA, die Zertifizierungsarbeit durchführt.

5. An wen richtet sich der Lizenzvertrag und was beinhaltet dieser Vertrag?

Der Lizenzvertrag wird zwischen ICADA und der im Vertrag stehenden Firma geschlossen. Der Vertrag beinhaltet die Nutzung des ICADA Labels Natural mit allen dazu gehörigen Rechten und Pflichten des Lizenznehmers und Lizenzgebers. Dieser Vertrag ist lediglich an die Firma und an die jeweilig gemeldeten Produktnamen gebunden.

Sollten die Produkte von einer weiteren Firma unter anderem Namen vertrieben werden so müsste wieder ein Vertrag mit der anderen Firma und mit dessen Produktnamen geschlossen werden. Das bedeutet jeder Lizenznehmer (Inverkehrbringer) muss einen Lizenzvertrag mit ICADA abschließen, wenn er das Premium Label benutzen möchte.

6. Wann kann man einen Lizenzvertrag mit ICADA abschließen?

Sie können direkt nach Eingang des Mitgliedsantrages bei ICADA den Lizenzvertrag unterschreiben.

7. Welche Pflichten hat man als Lizenznehmer gegenüber ICADA?

Alle Lizenznehmer sind in der Pflicht Ihr Produktmeldung im 4 Quartal des Jahres zu melden. Nach Rechnungserstellung und Begleichung der Rechnung erhalten Sie umgehend ein offizielles Zertifikat mit allen gelisteten Produktnamen die das ICADA-Label tragen dürfen.

8. Wie kommt ein neuer Rohstoff auf die kurze ICADA-Positivliste

Ergebnis der Sitzung vom 23.10.2012: Durch immer neue Rohstoff-Anmeldungen wird das erfolgreiche ICADA-Konzept „kurze Positivliste/näher an der Natur“ gefährdet. Das Konzept „kurze Positivliste/näher der Natur“ wird nun folgendermaßen praktiziert:

  • Für einen neuen Rohstoff muss von der ICADA-Mitgliedsfirma vor dem Einsatz dokumentiert werden, dass die neuen Rohstoffeigenschaften nicht schon durch positiv-gelistete Rohstoffe erfüllt werden.
  • Entscheidungen über die Aufnahme in die Positivliste werden durch ein Naturkosmetik AG-Gremium gefällt.

9. Wie funktioniert die Anmeldung neuer Rohstoffe auf die Positivliste?

A) für Lizenznehmer

  1. Der Hersteller/ICADA-Lizenznehmer fordert von seinem Rohstofflieferanten eine Bestätigung, dass die Rohstoffe, die in ICADA konformen Produkten eingesetzt werden sollen, den ICADA Richtlinien entsprechen und gemäß den dort erlaubten Herstellungsprozessen aus erlaubten Rohstoffen hergestellt wurden.
  2. Diese Bestätigung sendet der Lizenznehmer an ICADA
  3. Das ICADA-Gremium diskutiert und beschließt Aufnahme oder Ablehnung aus wichtigen Argumenten.

B) für Rohstoffanbieter

  1. Der Rohstoffanbieter prüft Firmen-intern die Konformität des Rohstoffs mit der ICADA-Richtlinie (www.zertifizierte-naturkosmetik.eu)
  2. wenn das Ergebnis positiv ausfällt, sendet der Rohstoffhersteller eine Konformitätsbestätigung an ICADA
  3. im ICADA-Gremium wird der Rohstoff vorgestellt und bei positiver Abstimmung auf die Positivliste genommen.

 

10. Müssen Pflänzenöle, die nur als Lösungsmittel für Farbstoffe oder Wirkstoffe dienen, Bio-Qualität haben?

Pflanzenöle, die überwiegend der Lösung von lipophilen Wirkstoffen oder Farben in fertig angebotenen Mischungen dienen, müssen nicht der Anlage 1 des ICADA-Standards (Organic-Pflicht) entsprechen.